Aktuelle Informationen und Termine



CALL FOR PAPERS: LANDMEDIEN! MEDIEN UND RURALITÄT IM 20. JAHRHUNDERT

Neuerdings ist zu bemerken, dass an Themen einer medial konstruierten Ruralität wie am sozial- und raumgeschichtlichen Zugang zur Geschichte der Landmedien großes Interesse besteht. Beim Gesamtprojekt einer verräumlichten Mediengeschichte, die auf die Identifikation konkreter Akteure und die Einbeziehung sozialer Kommunikationsbedingungen zielt, ist jedoch die ländliche Gesellschaft bislang weitgehend unbeachtet geblieben. Ebenso die konkrete Aneignungsgeschichte medialer Inhalte wurde aufgrund des Vorherrschens einer ortslosen Mediengeschichte kaum einmal reflektiert. So herrscht Unklarheit über die Anregung von Interaktion durch Medien, über ihre Unterhaltungsfunktion oder die Funktion, Wissen zu bestärken und zu qualifizieren. Eine weitere wichtige Frage wäre, wie die Herstellung von Ruralität durch die Medien wiederum in der ländlichen Gesellschaft selbst aufgenommen wurde und wie sie das Selbstbild ländlicher Akteure mitprägte.
Insofern hoffen wir mit der Einladung zu einem Workshop die aktuellen Forschungsansätze sichtbar zu machen und das Feld insgesamt damit aufzuwerten.


Der Saarbrücker Workshop sieht drei Sektionen vor:

Akteure und infrastrukturelle Bedingungen von Landmedien, etwa Fotografen und Cineasten auf dem Lande, Medienpioniere, Versorgungsgrad mit bestimmten Medien und ihrem Time-Lag zu städtischen Regionen, die Materialität von Landmedien, die Rolle klassischer Publikumsmedien wie Zeitungen und Kino, Hemmnisse heutiger medialer Interaktivität durch den mangelnden Ausbau von Breitbandkabeln.

Aneignungsgeschichte von Medien auf dem Land z.B. besondere dörfliche Kommunikationsbedingungen, wie sie die Ankunft von Radio, Fernsehen und Internet beeinflussten, familiäre und nachbarschaftliche Eigenarten ländlicher Medienpubliken und ihrer Rhythmen, spezifische Landmedienräume aufgrund der Durchdringung von medialem und physischen Räumen, zeitgenössische Fachdiskurse über Landmedien, Medien als Vermittler von Jugendkulturen.

Adressierung ländlicher Publiken sowie mediale Repräsentation des Landes und von Ruralität, z.B. Landfunkprogramme, ländliche Bevölkerungen als Adressaten von Plakatwerbung, Land und Kleinstadt als idyllische, aber auch bedrängende und ‚dunkle’ Orte in Fernsehserien, Landwirtschaft und Landschaft in populären Filmen oder "ruralistische" Formen in der heutigen Erlebniskultur.


Der Workshop begrüßt geschichtswissenschaftliche Beiträge als auch Einsendungen aus den historisch arbeitenden Nachbardisziplinen wie den Kultur-, Sozial- und Literaturwissenschaften. Vorschläge von NachwuchswissenschaftlerInnen sind ebenfalls hochwillkommen. Den TeilnehmerInnen stehen insgesamt 45 Minuten für Vortrag (20 Min.) und Diskussion (25 Min.) zur Verfügung.

Ein Exposee, das den geplanten Beitrag auf max. 2 Seiten skizziert, sowie ein Kurz-CV sind bis zum 30. Juni 2017 an folgende Email-Adresse: cl.zimmermann@mx.uni-saarland.de zu senden.
Der Workshop findet am Donnerstag und Freitag, den 19. und 20. Oktober 2017, in der Villa Lessing in Saarbrücken statt. Die Kosten für Anreise und Unterkunft werden den TeilnehmerInnen anteilig zurückerstattet. Am Abend des 19. Oktobers laden die Veranstalter zudem zu einem gemeinsamen Abendessen in Saarbrückens Kreativ- und Kulturquartier, dem "Nauwieser Viertel", ein.


Weitere Informationen erhalten Sie hier.



GASTVORTRAG DR. BENJAMIN MÖCKEL: DIE ERFINDUNG DES MORALISCHEN KONSUMENTEN. GLOBALE PRODUKTE UND ZIVILGESELLSCHAFTLICHES ENGAGEMENT IN GB UND DER BRD

 
Wir laden Sie herzlich zum Gastvortrag zum Thema "Die Erfindung des moralischen Konsumenten. Globale Produkte und zivilgesellschaftliches Engagement in GB und der BRD", am 23. Mai 2017, um 10 Uhr c.t. in Geb. B3 1, R. 3.18 ein.



Dr. Benjamin Möckel ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl von Prof. Dr. Habbo Knoch an der Universität Köln.
Im Vortrag stellt uns Dr. Möckel sein aktuelles Habilitationsprojekt vor. Das Forschungsprojekt fragt nach den Verbindungen zwischen Formen des zivilgesellschaftlichen Engagements und der Entstehung neuer Konsumformen, die als Ausdruck einer auf globalgesellschaftliche Probleme gerichteten Strategie der „Moralisierung des Alltags“ interpretiert werden können. Dabei folgt die Arbeit der These, dass sich die genannten Phänomene in eine Ambivalenz zwischen Konsumkritik und Konsumstil einordnen lassen. Während auf diskursiver Ebene eine Kritik an der westlichen "Konsum- und Überflussgesellschaft" als Ausgangspunkt des gesellschaftlichen Protestes fungierte, lässt sich auf praxeologischer Ebene eine sukzessive Überführung dieser Kritik in neue, als alternativ inszenierte Konsumpraktiken nachvollziehen.





Abbildungs-Hinweis: Kliptown, Johannesburg, 1979 (Paul Weinberg CC-BY-SA 3.0)



SPRECHSTUNDEN IM SOMMERSEMESTER 2017

Prof. Dr. Clemens Zimmermann bietet seine Sprechstunde montags, 16-18 Uhr an.

Dr. Gunter Mahlerwein bietet seine Sprechstunde donnerstags, 16-17 Uhr an.

Aline Maldener (Dipl. Kulturwiss.) bietet ihre Sprechstunde nur nach Absprache per Mail an.

Außerdem haben Sie stets die Möglichkeit anstehende Fragen per E-Mail abzuklären.



50 JAHRE AKTUELLER BERICHT UND DER SPIEGEL WIRD 70 - INTERVIEW MIT PROF. DR. ZIMMERMANN IM SR 2 KULTURRADIO

Prof. Dr. Clemens Zimmermann spricht im Interview mit Moderator Kai Schmieding in der Sendung "MedienWelt" über die Entwicklung des Aktuellen Berichts, die Besonderheit zu seinen Anfangszeiten und über die Rolle des Spiegels heute im Vergleich zu damals.

Das gesamte Interview vom 07.01.2017 finden Sie hier.



WISSENSCHAFTLICHE NACHWUCHSTAGUNG: LET'S HISTORIZE IT! JUGENDMEDIEN IM 19. UND 20. JAHRHUNDERT

 
Der Lehrstuhl für Kultur- und Mediengeschichte veranstaltet in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Europäische Zeitgeschichte am 8. und 9. September 2016 in der Villa Lessing einen Workshop zum Thema Jugendmedien.

Die Historisierung von Jugendmedien steckt noch weitgehend in den Kinderschuhen. Nicht nur in der deutschen, auch in der internationalen Geschichtswissenschaft werden Jugendmedien kaum als eigene Gattung wahrgenommen. Auch in der historischen Publikumsforschung bilden Jugendliche noch einen blinden Fleck, während Frauen oder Arbeiter als spezifische Publiken durchaus bereits fester Bestandteil des akademischen Kanons geworden sind.

Vor diesem Hintergrund möchte der Workshop grundsätzlich das Verhältnis von "Jugend" und "Medien" ausleuchten und eine wissenschaftlich operationalisierbare Definition von "Jugendmedien" finden. Es stellt sich die Frage, ab wann und inwiefern Jugendliche überhaupt als eigene Rezipienten- und Zielgruppe von Medien, als spezifisches Publikum, jenseits ihres familiären Kontextes auftraten und sich jugendspezifische Medienformate und industrielle Teilmärkte entwickelt haben.

Die Tagung widmet sich also der Historisierung von Jugendmedien und richtet sich an NachwuchswissenschaftlerInnen, vorzugsweise aus der Geschichtswissenschaft, aber auch aus historisch arbeitenden Nachbardisziplinen wie Kultur- und Sozialwissenschaften, Pädagogik u.a. Ziel ist es, Jugendmedien sowohl in ihren Inhalten und ihrer Ästhetik als auch in ihrer Eingebundenheit in soziopolitische wie sozioökonomische Rahmenbedingungen zu thematisieren, um ihren Status als soziokulturelle Akteure im 19. und 20. Jahrhundert deutlich zu machen.


Weitere Informationen zum Inhalt der Tagung finden Sie bei H-Soz-Kult oder in unserem Programm.




JUGENDMEDIENTAGUNG IN DER PRESSE


Die Beiträge zur Tagung finden Sie hier.

Einen ausführlichen Tagungsbericht finden Sie hier.




AKTUELLER HINWEIS: SKRIPTUM

Studentische Online-Zeitschrift für Geschichts- und Kulturwissenschaften

"Skriptum" richtet sich an NachwuchswissenschaftlerInnen, die erste Publikationserfahrungen sammeln oder redaktionell tätig werden möchten. Ziel ist es, Studierenden die Möglichkeit zu geben, Seminar- und Abschlussarbeiten, Essays und Rezensionen im zeitgemäßen Open-Acces-Format zu veröffentlichen. Die Redaktion setzt sich aus einer Gruppe Studierender der UdS zusammen, wird vom Lehrstuhl für Kultur- und Mediengeschichte unterstützt und steht Interessierten aller Fachrichtungen offen.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier oder direkt auf der Skriptum-Homepage.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Katharina Thielen oder Patrick Hinsberger.



AKTUELLER HINWEIS: TATORT ARCHIV – EIN FILM ÜBER DIE ARBEIT MIT QUELLEN IM ARCHIV

Die Filmproduktion TATORT ARCHIV begibt sich auf die Spuren des Zürcher Generals Johann Rudolf Werdmüller, der im 17. Jahrhundert angeklagt wurde, gotteslästerliche Reden geschwungen und Landesverrat begangen zu haben. Was lässt sich im Archiv über Gotteslästerung in der Frühen Neuzeit in Erfahrung bringen? Wie entsteht eine historische Fragestellung? Warum ist Geschichtswissenschaft eine Gegenwartswissenschaft?

Diesen und weiteren Fragen ist das Team rund um Prof. Dr. Francisca Loetz des Historischen Seminars der Universität Zürich auf den Grund gegangen. Anschaulich und praxisnah führt der Film in Techniken der Recherche und des historischen Forschens ein. Anhand von Gerichtsakten, Suppliken, Bildern und Briefen wird der Umgang mit handschriftlichem Material thematisiert. Der Film richtet sich an angehende Historikerinnen und Historiker sowie an alle, die sich zu detektivischer Spurensuche ins Archiv begeben wollen.

Reinschauen lohnt sich! Den Link zum Film finden Sie hier.



NEUERSCHEINUNG: GRUNDZÜGE DER AGRARGESCHICHTE (3 BÄNDE)

Wir wollen Sie auf folgende Neuerscheinung unter Mit-Herausgeberschaft von Prof. Dr. Clemens Zimmermann hinweisen: Stefan Brakensiek/Rolf Kießling/Werner Troßbach/Clemens Zimmermann, Hrsg., Grundzüge der Agrargeschichte (Bd. 1-3), Köln, Weimar, Wien: Böhlau 2014.

Band 1: Vom Spätmittelalter bis zum Dreißigjährigen Krieg (1350-1650) von Rolf Kießling, Frank Konersmann und Werner Troßbach, mit einem Beitrag von Dorothee Rippmann, herausgegeben von Rolf Kießling und Werner Troßbach,Einleitung/Introduction Bd. 1 (PDF).

Band 2: Vom Dreißigjährigen Krieg bis zum Beginn der Moderne (1650-1880) von Reiner Prass, mit einem Beitrag von Jürgen Schlumbohm, herausgegeben von Stefan Brakensiek, Einleitung/Introduction Bd. 2 (PDF).

Band 3: Die Moderne (1880-2010) von Gunter Mahlerwein, herausgegeben von Clemens Zimmermann, Einleitung/Introduction Bd. 3 (PDF).

Weitere Informationen zu dem dreibändigen Werk finden Sie hier.



MÜNDLICHE PRÜFUNGEN

Zur Terminabsprache bitte mit Herrn Prof. Dr. Zimmermann in Kontakt treten.



HINWEIS ZUR ANMELDUNG ZU DEN KMG-LEHRVERANSTALTUNGEN

Die Anmeldung zu den Lehrveranstaltungen erfolgt prinzipiell über LSF. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Veranstaltungen nur für bestimmte Studienabschnitte vorgesehen sind und gegebenenfalls den Besuch eines Proseminars erfordern. Zudem dürfen Studierende der Deutsch-Französischen Studien und der Psychologie nur an ausgewählten Veranstaltungen teilnehmen. Näheres finden Sie hier.



NEUERSCHEINUNGEN

 
Clemens Zimmermann, Europäische Medienstädte (1500-2000). Historische Kontinuitäten und urbane Kontexte der Medienproduktion, St. Ingbert 2017.

Die Medienstadt stellt einen nachhaltigen Stadttyp seit der Frühen Neuzeit dar, der sich in Westeuropa entwickelte und durch Merkmale wie hohe Zentralität, starke Bedeutung der Medienproduktion für die urbane Wertschöpfung, aktive Firmencluster und kreative Milieus auszeichnet. Gegenüber der verbreiteten ahistorischen Betrachtungsweise von Media Cities wird den Auf- und Abschwüngen, den Erfolgsfaktoren und Niedergangszenarien räumlich konzentrierter Medienproduktion nachgegangen. Ferner geht es um die Kontakte und Netzwerke, die zwischen den Städten bestanden und um politische Einflüsse auf die Medienproduktion. Die herausragenden Beispiele sind Venedig und Antwerpen in der Frühen Neuzeit, London, das bis heute seinen Rang als globales Medienzentrum behauptet, das Gegeneinander der Handelszentren Frankfurt am Main und Leipzig sowie Berlin, das eine Glanzzeit als Medienstadt im 19. und frühen 20. Jahrhundert erlebte. Das Buch soll damit dem Forschungsansatz der Verräumlichung in der Mediengeschichte dienen.

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Judith Thissen/Clemens Zimmermann, Hg., Cinema beyond the City. Small Town and rural Film Culture in Europe, London 2015.

Diese innovative Studie beschreibt eine vergleichende Geschichte der Kinos im ländlichen und kleinstädtischen Europa von den frühen 1900er Jahren bis in die heutige Zeit. Führende Wissenschaftler erforschen die Entwicklung des Kinos als soziale, kulturelle und ökonomische Institution, welche entscheidend verflochten mit dem Prozess der Urbanisierung, der Industrialisierung und dem Aufstieg des Konsumkapitalismus ist.

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Gunter Mahlerwein, Rheinhessen 1816-2016. Die Landschaft – Die Menschen, Mainz 2015.

Rheinhessen ist eine junge Region. Erdacht beim Wiener Kongress, als neue hessische Provinz 1816 an den Großherzog von Hessen-Darmstadt übergeben, seit 1817 Rheinhessen genannt, ist der Landstrich zwischen Mainz, Bingen, Bad Kreuznach, Alzey und Worms in dieser Form gerade 200 Jahre alt. In der Monografie "Rheinhessen" wird erstmals seit 100 Jahren in einer wissenschaftlich fundierten, auf vorliegender Forschung und neuen Recherchen aufbauenden Darstellung die Geschichte der Region und ihrer Einwohner vom Dreißigjährigen Krieg bis zur Gegenwart erzählt. Ohne einen tiefen Blick in die Vorgeschichte von 1816, auf das Nebeneinander von Territorien, Religionen und Konfessionen, die Zerstörungen der Kriege des 17. Jahrhunderts, das Bevölkerungswachstum und die Zuwanderungen, die wirtschaftlichen Fortschritte und Stagnationen des 18. Jahrhunderts, den Einfluss der Französischen Revolution, die Zugehörigkeit zu Napoleons Reich, ist diese Landschaft und sind ihre Menschen nicht zu verstehen. Wie sich dann seit 1816 unter diesen Vorbedingungen die vielfältigen persönlichen, politischen, sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen Beziehungen, Verbindungen und Erfahrungen innerhalb dieses Raumes verdichteten, so dass sich die in ihm lebenden Menschen nicht nur als Bewohner der "Provinz Rheinhessen", sondern selbst als "Rheinhessen" verstehen, davon handelt das Buch, aber auch davon, wie sich in Zeiten der Globalisierung diese regionale Identität weiter entwickelt.

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Ein aktuelles Interview in der Rhein Main Presse vom 28.11.2015 finden Sie hier.




 
Gunter Mahlerwein/Clemens Zimmermann, Hg., Grundzüge der Agrargeschichte, Band 3: Die Moderne (1880-2010), Köln 2015.

Seit den letzten großen Übersichtswerken zur Agrargeschichte sind mehrere Jahrzehnte vergangen. Das Forschungsgebiet hat sich seitdem in Inhalten und Methoden außerordentlich erweitert und diversifiziert. Das vorliegende, von einschlägigen Autoren verfasste Werk erzählt in drei Bänden die Agrargeschichte vom Mittelalter bis in die Moderne neu. Es behandelt klassische wirtschaftsgeschichtliche Aspekte wie die Steigerung der Produktivität und bietet neue Akzente - etwa durch vielseitige Wechselbezüge zwischen Land- und Stadtökonomien. Wiederholt werden kulturgeschichtliche Schwerpunkte gesetzt und dabei besonders die Faktoren Bildung und Wissen betont. Umweltgeschichtliche Themen wie der Klimawandel und sozialgeschichtlichen Themen werden bis in die Gegenwart hinein verfolgt.

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Daniel Bauer, Populäre Musik und Stadtentwicklung. New Orleans vom Strukturwandel der 1960er Jahre bis zur Flutkatastrophe von 2005, Trier 2015.

2005 brach eine Flutwelle über die amerikanische Südstaatenmetropole New Orleans herein und setzte 80 Prozent des Stadtgebiets unter Wasser. Die Folge war eine drastische Zuspitzung der Krise, in der sich die Stadt seit den 1960er Jahren aufgrund des Niedergangs traditioneller Industrien und kontinuierlichen Bevökerungsverlusts befand.

Am Fallbeispiel von New Orleans - einerseits bedroht von einer ökonomischen und demografischen Krisensituation, andererseits die Heimat einer traditionsreichen Musikszene - geht Daniel Bauer der Frage nach, welche Rolle lokale Musikszenen für Stadtentwicklung und urbane Regeneration spielen. Dabei wird ein Ansatz verfolgt, der nicht allein wirtschaftliche Funktionen kultureller Kreativität und Aktiviät betrachtet, sondern auch kulturellem Eigensinn Platz einrät. So identifiziert der Autor Handlungen von Protagonisten der lokalen Musikszene als Stadtentwicklungsmaßnahmen "von unten", die sich gegen Gentrifizierungsprozesse und die Verdängung der schwarzen Unterschicht aus dem öffentlichen Raum richteten.




 
Neuauflage als E-Book: Clemens Zimmermann, Die Zeit der Metropolen. Urbanisierung und Großstadtentwicklung, Frankfurt a. M. (Fischer) 2015.

Die Entstehung der modernen Großstädte im 19. Jahrhundert brachte auf engstem Raum eine völlig neue Welt hervor. Boulevards und Prunkfassaden, neue Verkehrsmittel und neue Kommunikationssysteme sowie die künstliche Beleuchtung veränderten das Raum- und Zeitgefüge der Städterinnen und Städter. Es entstand eine eigene, urbane Kultur und Lebensweise.
Manchester, St. Petersburg, Barcelona und München sind die vier faszinierenden, ebenso typischen wie eigenwilligen Metropolen, deren wechselvolle Geschichte Clemens Zimmermann hier vergleichend ausbreitet. (Dieser Text bezieht sich auf eine frühere Ausgabe.)

Weitere Informationen sowie eine Leseprobe finden sie hier:

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Leseprobe




 
Franz-Werner Kersting/Clemens Zimmermann, Hg., Stadt-Land-Beziehungen im 20. Jahrhundert. Geschichts- und kulturwissenschaftliche Perspektiven, Paderborn (Schöningh) 2015.

Mittlerweile wohnen weltweit erstmals in der Geschichte mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Gleichzeitig wird vielfach der "Untergang des Dorfes" diagnostiziert. Doch sind wir heute tatsächlich am Ende dörflich-ländlicher Gesellschaften angekommen? Dominieren mittlerweile ausschließlich hybride Strukturen, Lebensstile und Identitäten? Hat nicht auch der urbane Blick auf Land und Dorf als das "Andere" noch Bestand? Der Band geht diesen Fragen im Kontext einer wechselseitigen Beziehungs- und Erfahrungsgeschichte der Menschen auf dem Land und in der Stadt nach. Er überwindet die Schwachstellen bisheriger Zentralitätsforschung, macht mit bislang kaum beachteten Lebensentwürfen und Bewegungen von Landbewohnern bekannt und regt zum Dialog zwischen der mehr aktualitäts- und anwendungsbezogenen (Geographie, Stadt- und Regionalplanung, Soziologie) und der kulturgeschichtlich orientierten Stadt-Land-Forschung an.

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Martin Schreiber/Clemens Zimmermann, Hg., Journalism and Technological Change. Historical Perspectives, Contemporary Trends, Frankfurt am Main/New York (Campus) 2014.

Journalismus, Medien und Technologien stehen in engen Wechselbeziehungen, wobei neue Technologien ihr Potenzial in den kulturellen Kontexten entfalten, in denen sie eingesetzt werden. Der Band betrachtet, wie sich medientechnologische Innovationen in einem Zeitraum von über 150 Jahren durchsetzten oder scheiterten. Dabei stehen die Konsequenzen des raschen technologischen Wandels im Zentrum: der Einfluss auf die Arbeitsanforderungen und -prozesse in den Medienbetrieben sowie auf die Berufsrollen und sozialen Selbstbilder von Journalisten.

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Barbara Duttenhöfer, Das Geschlecht der Öffentlichkeit. Deutsche und russische Frauenzeitschriften und ihr Publikum im frühen 20. Jahrhundert, Saarbrücken (universaar) 2013.

Frauenillustrierte gelten bislang als seichte Unterhaltungsblätter, die ihr weibliches Publikum auf konservative Rollenmodelle und Konsum festlegen. Analyse und Vergleich der deutschen und russischen Frauenpresse am Beispiel von "Die Welt der Frau" (1904-1920) und "Ženskoe Delo" (Die Sache der Frau, 1910-1918) revidieren diese tradierte Auffassung. Denn diese feministischpopulären Frauenzeitschriften gehörten zu den ersten Fotoillustrierten, die eine emanzipatorische Programmatik mit den damals modernsten Visualisierungsstrategien propagierten: Zahlreiche Fotografien unterstrichen die Forderungen nach Gleichberechtigung, Bildung und Berufstätigkeit. Beiträge über Haushalt, Reisen, Mode und Sport präsentierten individualisierte Lebenswege für die "moderne Frau". Mit der Einbettung von "Die Welt der Frau" und "Ženskoe Delo" in die Entwicklung von Massenpresse, Fotojournalismus und Frauenbewegung leistet die vorliegende Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Geschlechter-, Medien- und Kulturgeschichte des Deutschen Kaiserreichs und des Russischen Zarenreichs nach 1900. So zeigt sich, dass die inhaltlich-formale Modernität dieser kommerziellen Zeitschriften maßgeblich zum selbstbewussten Ausdruck von Frauenleben in der Öffentlichkeit beitrug. In Massenauflagen gedruckt, fanden sie großen Anklang beim weiblichen Publikum. Für die ersten Journalistinnen stellten sie einen beruflichen Emanzipationsraum dar, in dem Frauen leitende Funktionen ausübten. Die Unterschiede zwischen beiden Blättern hatten gesellschaftspolitische Ursachen. Das ausgehende Zarenreich jedoch mit dem Etikett ‚rückständig’ zu belegen, erweist sich als zu einfach: Im Mediensektor beschritt es moderne Wege.





 
Clemens Zimmermann, Hg., Industrial Cities. History and Future, Frankfurt am Main/New York (Campus) 2013.

Ob Birmingham, Rotterdam oder Wolfsburg: Industriestädte haben nicht nur völlig unterschiedliche Gesichter, sie unterliegen auch einem bemerkenswerten zeitlichen Wandel. Die Autoren behandeln die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Industriestadt als europäisches Phänomen. Aus soziologischer, historischer, geografischer und medialer Perspektive erörtern sie unterschiedliche historische Modelle und Typen von Industriestädten im 19. und 20. Jahrhundert, diskutieren die Frage nach der Zukunft von monostrukturellen Industriestädten sowie mediale Repräsentationsformen industrialisierter Städte.

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